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Home Presse Presse 2003 48 Mal die Erde umrundet
48 Mal die Erde umrundet

Trostberger-Tagblatt
Rudolf Theuschl: Meister der Schwertransporte geht in Ruhestand

Tacherting/Traunreuth. Mit Rudolf Theuschl aus Traunreut verabschiedet sich ein wahrer „King of the Road" in den Ruhestand: 28 Jahre war der Traunreuter als Brummifahrer unterwegs und legte dabei soviele Kilometer zurück, dass er 48 Mal den Erdball umrundet hatte. Danach wechselte er vom Fahrersitz in den Bürostuhl und koordinierte zahlreiche Schwertransporte dcr Firma Linde in Schalchen.


Die Linde-Kolosse immer im Griff:
Rudolf Theuschl aus Traunreut.

Nach seiner Lehre als Automechaniker war Rudolf Theuschl drei Jahre Verkaufsfahrer bei Coca-Cola, ehe er ab 1962 zu einem unverzichtbaren Mitarbeiter der Trostberger Spedition Krause wurde. In 28 Jahren chauffierte er Lastwagen und Schwertransporte durch ganz Europa. „Russland, Griechenland, Skandinavien - wir sind ganz schön rumgekommen", blickt der 63-jährige Traunreuter zurück. „Insgesamt habe ich 48 Mal die Erde umrundet", veranschaulicht Theuschl die gut 1,92 Millionen Kilometer die er auf den Straßen Europas zurückgelegt hat. Von den vielen Erlebnissen, die einem in knapp drei Jahrzehnten auf Achse widerfahren, erinnert sich Rudolf Theuschl spontan an eine Fahrt nach Ungarn. „Wir waren drei Fahrzeuge und haben wohl etwas zu viel über Funk geratscht, so dass ich mich auf einmal völlig verfahren habe. Im Dunkeln dann drei Kilometer mit dem Schwertransporter rückwärts fahren - das war schon happig, und das hat mich daheim dann auch ein paar Kasten Bier für die Kollegen gekostet, die durch die Aktion um ihren Schlaf gekommen sind."

Nach 28 Jahren kam dann der Wechsel vom Lenkrad hinter den Schreibtisch: Nun durfte Rudolf Theuschl bei der Spedition Krause die Schwertransporte der Firma Linde in Schalchen, die er bislang selbst gesteuert hatte, koordinieren. Ab 1996 war er für diese verantwortungsvolle Tätigkeit dann fest bei der Linde AG angestellt. Ab 2000 hieß sein Arbeitgeber „Rolf Riedl GmbH", eine internationale Spedition mit Sitz in Hagen. Diese wickelt die Schwertransporte für die Linde ab, so dass Theuschls Arbeitsplatz derselbe blieb.
„Unter seiner Regie sind seit 45 Jahren die Schwer- und Großraumtransporte des Linde-Werks schadensfrei, bürgerfreundlich und terminsicher abgewickelt worden. Er ist ein europaweit anerkannter Spezialist auf diesem Gebiet", lobt Rolf Riedl seinen stets verlässlichen und überall beliebten Mitarbeiter.
Bei der Vorbereitung und Durchführung der Schwertransporte habe sich der Aufwand in den letzen Jahren stetig vergrößert, berichtet Rudolf Theuschl. „In den Anfangsjahren konnte man noch 80 Prozent per LKW nach Hamburg oder Bemen befördern. Jetzt sind die Anlagenteile so riesig, dass man schon sehr findig sein muss, um überhaupt zum Donauhafen nach Passau zu kommen." Etwa ein Dutzend Schwertransporte hat Rudolf Theuschl in enger Zusammenarbeit mit Polizei und Behörden jedes Jahr organisiert und begeleitet. „Von der Streckenwahl über die Sperrung der Straßen bis hin zur Millimeterarbeit an Engstellen wie Ampeln oder Verkehrsinseln - man muss auf immer mehr achten, weil diec Dimensionen immer größer werden." Seit 1.Februar genießt Rudolf Theuschl seinen Ruhestand. Die Zeit nutzt er vor allem auch für sportliche Betätigung. „Momentan ist es ja ideal zum Langlaufen. Und wenn ich da ein paar Kilo runterbekomme, dann geht's auch wieder zum alpin Skifahren." Mit Kollegen groß gefeiert wird das Ende von Theuschls Berufszeit am heutigen Freitagnachmittag im „Pfaubräu" in Trostberg.
tt.