Der Umschlagbetrieb liegt in Händen der privaten Gesellschaft RoRoTrans N.V. mit Sitz in Westerlo. Zur Ausrüstung gehören eine 16 m breite RoRo-Rampe für den rollenden Umschlag besonders großer und schwerer Stücklasten sowie ein Schwerlastkai, an dem Schwergüter mit Mobilkranen umgeschlagen werden können. Das bereits vorhandene Anschlußgleis, ausgelegt für Schwertransporte mit Achslasten bis zu 32 Tonnen, wird auf 300 m auf dem Terminal verlängert und bis in eine geplante Halle geführt. Die Kaianlage von derzeit 112 m Länge soll mittelfristig noch um 85 m verlängert werden. Für Lift-on/Lift-off-Handling ist der Kaiumschlagbereich so verstärkt, daß sich Mobilkrane in der schwersten Lastposition bis auf 650 Tonnen Nutzlastgewicht abstützen können. Belgiens Albert-Kanaal ist eine stark frequentierte Binnenwasserstraße durch eine hochindustrialisierte Region im Hinterland des Hafens Antwerpen, dem zweitgrößten Seehafen Europas. Via Antwerpen können Schwerlastpontons der Wasserstraßen-Klassifizierung VI sowle Küstenmotorschiffe den neuen Schwerlast-Terminal in Westerlo erreichen. Außerdem besteht Binnenwasseranschluß über den Albert-Kanaal an das gesamte westeuropäische Wasserstraßennetz und über den Main-Donau-Kanal bis ans Schwarze Meer. Damit erschließt die Anlage ein breites Spektrum intermodaler Operationen europaweit für Schwergüter, Anlagen und Projektladung zwischen Lkw, Eisenbahn, Binnenschiffahrt und See/Küstenverkehr. Seine operationelle Basis stützt der neue Schwerlast-Terminal nicht nur auf die erstklassigen Verkehrsanbindungen, auch ins europäische Hinterland, sondern zugleich auch auf seine Einbindung in ein an diesem Standort im Aufbau befindliches Dienstleistungszentrum. So werden im erweiterten Terminalbereich von 2,5 bis 3 ha u.a. ein Verpackungsbetrieb für Transportverpackungen sowie ein Spezialbetrieb für De- und Remontage und außerdem eine Halle und befestigte Fläche zur Zwischenlagerung von schweren und voluminösen Komponenten angesiedelt; beide Fazilitäten sind vorrangig auf den Bedarf der Schwergutverlader und Projektlogistik spezialisiert. Die Ansiedler sind Dienstleister, die bisher schon eng und vertrauensvoll bei Projektverladungen zusammengearbeitet haben, bestätigen auf TM-Anfrage die Geschäftsführer der RoRoTrans N.V. in Westerlo.  Umschlag eines 216 Tonnen schweren Reaktors mit 2 x 500 Tonnen Teleskop-Autokranen im Tandem auf der neuen Schwerlastanlage Geel-Westerlo
Bereits am 9. November 2001 disponierte die Transportgruppe Adams ihre erste Schwergut-Verladung nach Übersee über die brandneue Fazilität: ein 216 Tonnen schwerer Reaktor (AR 220) von 13.950 mm Länge und einem Querschnittsmaß von 8.950 x 8.320 mm. Das kompakte Schwerlaststück wurde mit einem 14-achsigen Straßentieflader aus dem nahegelegenen Lieferwerk des Anlagenbauers Coek in Geel mit zwei Zugmaschinen zum Schwerlast-Terminal am Albert-Kanaal gefahren und dort unter Einsatz von zwei 500 Tonnen starken Teleskop-Autokranen auf das Ro/Ro-Schiff „DB 47“ umgesetzt. Der Transportablauf wurde terminsicher innerhalb der vorgegebenen Frist bis längsseits des Seeschiffes im Hafen Antwerpen abgewickelt, das den Seetransport nach Zhuhai im Pearl River-Delta der südchinesischen Provinz Guangdong übernahm. |  Ankunft des mit 4 Schwerkomponenten beladenen Pontons „RoRo1“ am niederländischen Anleger in Stein am Juliana Kanaal
Mit der zweiten Verladung am 22. November 2001 stellte die Transportgruppe Adams die Effizienz von Schwertransporten auf Binnenwasserwegen eindrücklich unter Beweis. Dafür erwies sich der neue Spezialterminal als bedeutende Schnittstelle in einer integrierten Transportkette Lkw-Binnenschiff-Lkw vom Lieferwerk der Firma Coek in Geel bis ins Werk Geleen des niederländischen Chemiekonzerns DSM. Zunächst wurden ein Reaktor (R6201) von 185 Tonnen Stückgewicht mit den Abmessungen 22.925 x 4.031 x 4.425 mm sowie zwei Dome von je 35,5 Tonnen Stückgewicht in den Dimensionen von jeweils 7.775 x 4.705 x 4.691 mm per Schwerlast-Tieflader aus dem Lieferwerk über den Schwerlast-Terminal am Albert-Kanaal direkt auf den firmeneigenen Transportponton „RoRo 1“ rollend verladen. Erste Station des Schwertransports war der belgische Binnenhafen Genk, wo als vierte Komponente ein 109,7 Tonnen schwerer Reaktor (R6401) mit den Maßen 16.985 x 3.709 x 4.265 mm im Ro/Ro Verfahren zugeladen wurde. Der Ponton setzte dann seine Reise fort bis zum niederländischen Binnenhafen Stein, wo alle vier Komponenten am dortigen Ro/Ro-Terminal durch Tieflader mit eigener Fahrzzeughydraulik auf dem Ponton aufgenommen, abgerollt und anschließend direkt zur Baustelle im Chemiewerk in Geleen gefahren wurden.  Ro/Ro-Rampe mit angeschlossenem Schwergutkai des Projekt-Terminals Geel-Westerlo am Albert-Kanaal in Belgien
EHLG-Mltglied John Wetzels begleitete den gesamten Transport und schildert einige Probleme, die sich aus der Größe des Pontons und derTransporthöhe der Reaktoren und Dome ergaben: „Wegen der Breite und Länge des Pontons von 15 m bzw 65 m mußten Teile der befahrenen Wasserstraßen über das Wochenende von der Polizei abgesperrt werden, da der Ponton auf der Höhe von Genk querliegend im Albert-Kanaal beladen werden mußte und im späteren Reiseverlauf im Juliana-Kanaal durch engere Kanalkurven bugsiert werden konnte, ohne Gegenverkehr zu stören. Trotzdem konnten wir den Transport auf den Wasserstraßen im vorgegebenen Zeitfenster zwlschen dem 22. und 28. November exakt einhalten.“ Aber auch im Nachlauf vom Binnenhafen Stein bis ins Werk Geleen mußten, so John Wetzels gegenüber TM, manche Hindernisse wegen des Transportgewichts von rund 300 Tonnen und der Größe der Transporteinheit von 47 m Länge, 4,10 m Breite und 5,40 m Höhe überwunden werden. Wetzels: „Trotz solcher Handicaps und einer kleineren Fahrzeugpanne, einem Schlauchbruch, haben wir den Zeitplan bis 20 Minuten vor dem geplanten Ende des Zeitfensters genau einhalten können.“ F.Bast |