RIEDL GRUPPE
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Mitgliedschaften der
RIEDL-Gruppe:

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  • BSK
  • World Project Group
  • The Heavy Lift Group
  • Specialized Carriers & Rigging Association
  • Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer

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WELTWEITE PROJEKTLOGISTIK

Schwerlasttransporte exakt planen und realisieren

Transporte von sehr schweren und übergroßen Gütern, z. B. Anlagen, Ausrüstungen, Maschinen und Aggregate, ob im Inland oder länderübergreifend, sind die Angelegenheit von Spezialisten und müssen langfristig geplant werden. Einer der bekanntesten Dienstleister auf diesem Gebiet ist die Riedl-Gruppe mit Hauptsitz in Hagen. Innerhalb des Verbundes der European Heavy Lift Group werden mit weiteren Partnern intermodale Problemlösungen aus einer Hand für Kunden verschiedener Branchen erarbeitet.


1. Rolf D. Riedl (r.) stellte auf der "transport logistic 2001" in München das Leistungsspektrum seiner Unternehmensgruppe vor; hier im Gespräch mit Ernst Schwanhold, Minister für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr von Nordrhein-Westfalenen



Kunden profitieren von einem Komplettangebot

Das Leistungsspektrum der fünf in der Riedl-Gruppe zusammengeschlossenen Unternehmen verdeutlicht, dass im Bereich der Anlagen- und Projektspedition allen Kunden ein optimaler Service angeboten werden kann. Ob es sich um schwere Kraftwerksausrüstungen handelt, die von Deutschland nach Brasilien transportiert, am Zielort auf die Fundamente gebracht, montiert und in Betrieb genommen wurden, um große Generatoren, die für einen deutschen Energiekonzern von Nordchina nach Zentralchina verbracht wurden, um das Einbringen eines Backofens innerhalb einer deutschen Großbäckerei auf einer 100 m langen innerbetrieblichen Strecke auf Luftkissen, um Transporte großer Spritzgussmaschinen innerhalb Deutschlands und Europas bis auf die Fundamente oder um die Verschiffung von schweren Anlagen in die USA - für all diese Einsatzfälle wurde von den Spezialisten die komplette transporttechnische, logistische und ingenieurtechnische Lösung geplant und realisiert. Die an acht Standorten vertretenen Firmen der Riedl-Gruppe mit über 100 Mitarbeitern, eigenen Montagegeräten und Fachpersonal bieten folgende Leistungen an:

  • Montage- und Transport-Engineering
  • Internationales Projektmanagement ex Fabrikation bis Turn-Key
  • Hubgerüsteinsätze
  • Luftkissentransporte mit Tragfähigkeitenbis 1000 t
  • Kran- und Parterrearbeiten
  • Betriebsumstellungen und -umzüge
  • Übersee- und Anlagenspedition.

Fachkompetenz in jeder Hinsicht

Die Hauptgesellschaft, die Riedl GmbH in Hagen, wurde im Februar 1987 von Rolf Dieter Riedl (Jahrgang 1939, Bild 1) und seinem Management-Partner Joachim Patzner (Jahrgang 1953) aus der Taufe gehoben. Beide Partner brachten langjährige Erfahrungen im Schwertransport und in der Projektspedition in das neue Unternehmen ein. Das veränderte Anforderungsprofil der Industrieverlader und Anlagenexporteure bedeutete besondere Herausforderungen, denn das klassische Geschäft der Schwerlastspedition war zunehmend durch spezielle Ingenieurleistungen zu ergänzen. Dazu gehören Demontage am Versandort, Einbringen auf die Fundamente am Bestimmungsort mit Montage und Inbetriebnahme, innerbetriebliche Anlagenversetzungen, Umzüge kompletter Produktionsanlagen, Kran- und Hubarbeiten, umfangreiche Seeverladungen und Luftfrachtversand von Schwergütern und Projektladungen. Solche von den Kunden geforderten Leistungsbereiche gliederte Rolf D. Riedl seiner Hauptgesellschaft durch Gründung von Tochtergesellschaften an. Als Manager fanden sich Experten des jeweiligen Gebiets. Die ebenfalls in Hagen angesiedelte Riedl & Stöcker GmbH unter der Leitung von Manfred Stöcker (Jahrgang 1947) ist auf Montagen und Transport-Engineering sowie Industrie-Service für die schlüsselfertige Übergabe von Turn-Key-Projekten spezialisiert. Das Unternehmen setzt Hubgerüste mit Tragfähigkeiten bis zu 400 t (Bild 2) und Transportplattformen mit Verschubbahnen für das seitliche Verschlitten schwerer Anlagenteile an den Anlagenstandorten im In- und Ausland sowie innerbetriebliche Schwerlastroller ein (s. Info-Kasten unten). Seit 1995 existiert eine Niederlassung in Leipzig.



2. Hubgerüste gehören zum Equipment dor Riedl-Gruppe

Ausrüstung und Werkzeug von Riedl & Stöcker
  • hydraulisches Hubgsrüst bis 800 t
  • Schwerlastroller für innerbetriebliche Transporte bis 140 t
  • Fahrwerke für innerbetrieblichen Transport bis 120 t
  • Gabelstapler mit Tragfähigkeiten bis 8 t
  • selbstfahrende Hubarbeitsbühnen bis 9 m Höhe
  • Verschubbahnen zum Verschieben von Schwerteilen
  • Hydraulikzylinder zum Anheben und Absetzen von Schwerteilen bis 1200 t
  • Werkstattwagen mit Anschlagmitteln, Hydraulikzylindern und Werkzeug für Montage und Reparatur
  • Werkzeugcontainer mit Anschlagmitteln, Hydraulikzylindern und Werkzeug für Langzeitbaustellen und Überseeinsätzse
  • Sattelauflieger für den Materialtransport

Im Jahr 1994 gründete Riedl gemeinsam mit Christian Tschierschke (Jahrgang 1944) die Riedl & Tschierschke GmbH mit Sitz in Frankfurt (Main). Dieses Unternehmen orientiert sich vor allem auf innerbetriebliche Schwertransporte unter Einsatz der Luftkissentechnik (s. H. 12/98, S. 619), auf Kran- und Parterrearbeiten, Betriebsumzüge und Versetzung von Produktionsanlagen sowie auf Betriebsumstellungen (Bild 3). Eine bekannte Referenz ist die Umsetzung von über 100 Fertigungsanlagen einer Fabrik, ohne den Produktionsablauf nennenswert zu beeinträchtigen.

 


3. Neu in dem auf innerbetriebliche Schwerlasttransporte spezialisierten Gerätepark der Riedl & Tschierschke GmbH ist ein Schwerlastroller mit einer Tragfähigkeit von 133,5 t. Christian Tschierschke 11.1 begutachtet die 6-Achslinien-Einheit, die von schweren Gabelstaplern gezogen werden kann. Der Staplerfahrer bedient den Schwerlastroller über eine elektrisch-hydraulische Allradlenkung mit hydrauIischem Achsausgleich

Die 1995 gegründete Tochtergesellschaft, Transgerma Riedl & Kiehntopf GmbH aus Bremen, die von Hans Kiehntopf (Jahrgang 1948) geführt wird, ergänzt das Leistungsspektrum der Gruppe im Seetransportbereich: Verschiffungen von Anlagen, Voll- und Teilcharterungen von Seeschiffen für Projekt- und Anlagenverschiffungen, speditionelle und logistische Begleitung von Überseetransporten einschließlich landseitiger Nachlauftransporte bis auf die Fundamente in den Bestimmungsländern. Im Leistungsverbund empfiehlt sich die Riedl-Firmengruppe der verladenden Industrie in den Bereichen Anlagenbau, Schwermaschinenbau, Energietechnik, Ingenieurbau, Hoch- und Tiefbau, Ölindustrie u. a. als kompetenter Partner.



Internationalität schafft noch besseren Service

Der zunehmenden Bedeutung des europäischen Binnenmarktes Rechnung tragend, kam es im März 1987 auf Einladung der Rolf Riedl GmbH zur Gründung der European Heavy Lift Group (EHLG), in der ähnlich profilierte Fachunternehmen gemeinsam tätig sind. Damit war die Möglichkeit geschaffen worden, grenzüberschreitend mit verlässlichen Partnern zu kooperieren, und zwar bei

  • Schwer- und Großraumtransporten auf der Straße, auf der Schiene, auf dem Wasserweg und in der Luft
  • Zusatzleistungen, wie Streckenprüfungen, Baustellenbegehungen, Genehmigungsfragen und -besorgung, Kranleistungen, De- und Remontagen sowie im Projektmanagement.


Bald zeigte sich, dass diese Partnerschaft im Projektlogistikgeschäft auch Unternehmen außerhalb Europas interessiert. Zu den derzeit über 40 Mitgliedern der EHLG gehören deshalb außer den Firmen aus 14 europäischen Ländern auch führende Branchenunternehmen in Australien, Kanada, in den USA, in Argentinien, Brasilien, Ägypten, Israel und China. Dadurch kann den Kunden europa- und weltweit in Sachen Schwertransport und -montagen ein maßgeschneiderter Service aus einer Hand angeboten werden. Die Webseite www.ehlg.org ermöglicht Interessenten einen Überblick über die einzelnen Unternehmen und ihre Geschäftsfelder.



Wie funktioniert es in der Praxis?


An einem Projektbeispiel soll verdeutlicht werden, wie die gemeinschaftliche Operation von EHLG-Partnern funktioniert. Ein 170 t schwerer Absorptionsturm musste von Pietarsaari an der Nordwestküste Finnlands in ein Chemiewerk nach Texas (USA) verschifft werden. Für diese Verladung beauftragte das Ingenieur-Unternehmen für Chemie- und Großanlagenbau, die Krupp-Uhde GmbH in Dortmund, federführend die Rolf Riedl GmbH in Hagen. In die Transportabwicklung ab Lieferwerk schaltete die Rolf Riedl GmbH ihre Bremer Dependance, die Transgerma Riedl & Kiehntopf GmbH, für die Teilcharterung des niederländischen Schwergutfrachters "Snoekgracht" und den Seetransport sowie für die Abwicklung des Vorlauftransports vom Lieferwerk bis zum Hafen Pietarsaari und den Umschlag Kai/Schiff die EHLG-Mitgliedsfirma Finn Heavy Projects OY ein. Der Absorptionsturm mit den Abmessungen 48,60 m x 5,01 m x 5,16 m sollte nach ursprünglicher Planung über den Hafen Mäntyluoto verschifft werden. Das hätte einen erheblich längeren landseitigen Vortransport erfordert. Nach einer intensiven Untersuchung der Verladebedingungen und Transportstrecken vor Ort konnte der finnische Verladerbetrieb überzeugt werden, dass über den nahegelegenen Hafen Pietarsaari die Transportabwicklung kostengünstiger und zeitsparender durchzuführen sei. Daraufhin wurden die Kontraktbedingungen und die Verladeroute umgestellt. Das Riedl-Transportteam arrangierte den Vortransport in Absprache mit dem Kunden und dem Verlader auf einem Straßentieflader mit Drehschemeleinrichtung. Der fast 50 m lange Turm wurde in vertikaler Position hydraulisch angehoben, von den Transporteinheiten unterfahren, hydraulisch aufgesattelt, verlascht und zum Verladekai gefahren. Während des Vortransports auf der 3 km langen Fahrstrecke und des Umschlags herrschte in Nordfinnland bereits dichtes Schneetreiben bei gut 10 cm hohem Schnee auf den Straßen. Im Hafen wurde die Schwertransporteinheit in 7 m Distanz zum Verladekai und Schiff positioniert, um ein sicheres Einschwenken der sehr langen Last am Geschirr von zwei Bordkranen des Schiffes auf das Deck zu gewährleisten (Bild 4). Von den drei Deckskranen der zur Amsterdamer Reederei Spliethoff gehörenden MS "Snoekgracht" mit einer Tragfähigkeit von je 120 t wurden zwei im Tandem für den Umschlag eingesetzt.


4. Verladen des rd. 50 m langen Absorptionsturmes in Pietarsaari: Das Einschwenken zwischen zwei der drei seitlich angeordneten Deckskrane erforderte viel Fingerspitzengefühl (Fotos: Riedl Group)

Verladung und Seetransport des Absorptionsturmes wurden im Teilcharterkontrakt zwischen Transgerma und Spliethoff auf der Basis "Last call in/first call out" vereinbart. Damit wurde geregelt, dass das Schiff nach der Ladungsaufnahme in mehreren Ladehäfen Pietarsaari als letzten Port of Loading und den texanischen Hafen Orange als ersten Port of Discharge bediente. Auf Basis der Lieferbedingung "frei geladen auf längsseits Seeschiff vorgelegtem Ponton" wurde der Absorptionsturm mit Hilfe des Bordkrangeschirrs in Orange gelöscht und auf einer außenbords bereitgestellten Ponton-Barge so positioniert, dass er in der Nähe des Chemiewerkes per Hydraulik-Tieflader im Ro/Ro-Verfahren direkt an Land und weiter an den Aufstellort gerollt werden konnte. Zeitplan und technischer Ablauf in der Transportkette wurden exakt eingehalten.