Backöfen für Großbäckereien und auch andere Verarbeitungsanlagen für die Lebensmittelindustrie sind fast immer nur unter eheblichem Kosten- und Zeitaufwand für Demontagen im Lieferwerk und Remontagen am Endbestimmungsort zu plazieren. Eine ausgefeilte Projektlogistik für die gesamte Transportkette unter Einschaltung der Luftkissengleittechnik reduziert diesen Aufwand in erheblichem Umfang. Schon vom Beginn der Planung der "Supply Chain" für Großbacköfen, wie im vorliegenden Fallbeispiel, können Lieferant bzw. Fertigungsbetrieb, Kunde als Empfänger solcher Anlagen und der Logistiker alle transport- und montagetechnischen Details eines solchen Lieferkonzepts direkt miteinander vereinbaren und auf die Vorteile des Luftkisseneinsatzes abstimmen. Die Hersteller können unter Nutzung der Luftkissengleittechnik ihre Anlagen in der Regel unzerlegt und einschließlich der gesamten Versorgungsperipherie in einem Stück bis auf die Fundamente liefern. Fallbeispielhaft demonstrierte dies die Firma Riedl & Tschierschke mit einem Großbackofen aus der Produktion eines Lieferwerks im unterfränkischen Arnstein bis auf die Fundamente in einer Großbäckerei in Rüsselsheim. Der kompakte Großofen von 11,30 m Länge, 2,70 m Breite und 3,00 m Höhe mit einem Gesamtgewicht von 37 Tonnen wurde per Tieflader von Arnstein bis frei Hof der Bäckerei in Rüsselsheim transportiert. Zuvor mußte eine Außenwand einer Halle geöffnet und ein interner Hallendurchgang im Größenprofil des Backofens erweitert werden. Unter Einsatz von zwei Autokranen, von denen einer aus Platzgründen auf dem Nachbargrundstück positioniert werden mußte, wurde der komplette Ofen vom Tieflader im Hof auf sechs von Spezialisten der Riedl & Tschierschke GmbH ausgelegten Luftkissen abgesetzt. Als vorteilhaft erwies sich, daß der gesamte Ofen im Hinblick auf die Transportmöglichkeit im unzerlegten Zustand auf einem | chassis-ähnlichen Rahmen montiert war, was insbesondere die Bewegung auf Luftkissen unterstützte. Vom Absetzpunkt im Hof bis zum endgültigenAufstellungsort mußte der Backofen mit Hilfe der Luftkissengleittechnik eine Förderstrecke von rund 100 m zurücklegen, die in knapp sechs Stunden bewältigt war. Unebenheiten auf diesem Transportweg glich das Frankfurter Spezialisten-Team von Riedl & Tschierschke durch Auslegung von Blechen aus, auf denen die sechs Luftkissen mit ihrer 37 Tonnen schweren Fracht reibungslos und sicher und trotz beengter Fahrverhältnisse anstoßfrei bis zum endgültigen Aufstellungsort geführt wurden, zwei rechtwinklige Kurven im Fahrweg eingeschlossen. An einer Engpaßstelle mußte eine Tiefkühlanlage, deren Betrieb unter keinen Umständen unterbrochen werden durfte, durch millimetergenaues Rangieren umfahren werden. Ein Kompressor lieferte die nötige Druckluft mit 8 bar, die am Verteiler auf 4 bar für die sechs einzelnen Luftkissen reduziert wurde. Für die kontrollierte Bewegung des Ofens auf den Luftkissen waren in der Regel bis zu acht Mann erforderlich, deren Kräfte nur auf den in lebenmittel verarbeitenden Betrieben üblichen Gefällstrecken durch Seilzüge und Gabelstapler unterstützt wurden. Im Boden verlegte Kanäle wurden durch Bleche überdeckt, stärkere Neigungen auf der Transportstrecke durch Quarzsand und überdeckter PVC-Folie ausgeglichen und ebenfalls mit Blechen abgedeckt. Firmenchef Christian Tschierschke zum erfolgreichen Abschluß der Operation: "Für uns steht im Vordergrund, daß unsere Idee des Einsatzes der Luftkissengleittechnik schon im Vorfeld der Projektierung von den Herstellern solcherAnlagen gerade für mittelständische Verarbeitungsbetriebe akzeptiert werden. Zumal in diesem speziellen Einsatzfeld deutliche Kosten- und Zeitvorteile und nachweisbar auch ökologische Vorteile durch unsere Technik und Erfahrungen erzielt werden können." |