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Home Presse Presse 2001 Checkliste für Betriebsumzüge und Produktionsverlagerungen
Checkliste für Betriebsumzüge und Produktionsverlagerungen

Detaillierte Planung sorgt für reibungslosen Ablauf

Ist die Entscheidung zur Verlagerung des Standortes gefallen, sorgt eine detaillierte Planung im Vorfeld für einen reibungslosen und terminsicheren Ablauf. Der Auftraggeber sollte darauf achten, dass der ausgewählte Systemdienstleister den kompletten Leistungsumfang inklusive den Einsatz von Sub-Unternehmern in seiner Offerte berücksichtigt und auch an alles gedacht hat. Die folgende Checkliste soll bei der Überprüfung der Planung behilflich sein und vor bösen Überraschung schützen.

Ist-Aufnahme

  • Einen verantwortlichen Projektleiter einsetzen. Es kann auch ein unabhängiger Sachverständiger als Projektberater hinzugezogen werden, der später an der Ausschreibung mitwirken kann.
  • Ortsbegehung aller Beteiligten, um den Gesamtumfang der Verlagerung festzulegen. Dabei sind die De-, Remontage- und Transportmöglichkeiten mit dem jeweiligen Leistungsumfang der beteiligten Unternehmen und deren Verantwortlichkeiten zu koordinieren, festzulegen und somit klare Schnittstellen zu definieren und zu schaffen.
  • Beschaffung von Ersatz-, Verschleiß und Erneuerungsteilen.
  • Festlegen des Versicherungswertes: auch bei gebrauchten Maschinen ist grundsätzlich der Neuwert anzusetzen! Abschluss einer Transport-, Montage-Versicherung inkl. Inbetriebnahme unter Einbindung des Dienstleisters.
  • Erstellen von Hallen-Layouts mit deren Infrastruktur, wie Energieversorgung aller Art.
  • Auflistung des Maschinenparks mit Vermerken wie stoßfreie, empfindliche, computergesteuerte etc. Maschinen und auch der Büro-, Aufenthalts-, Lager-, Ersatzteil- und Archivräume.
  • Erstellen eines Netzplans, der die De-, Remontage-, Zwischenlagerungs- und Transportreihenfolge verbindlich festhält.
  • Schnittstelle zur Demontage des Maschinenparks klären und für fachgerechte Verpackung und Ladungssicherung sorgen.
  • Festlegen der Verkehresträger und bilden von Demontage-, Transport- und Remontageketten. Parallel dazu Prüfung der Infrastruktur der Leistungskette durch Orts- und Wegbegehungen, vor allem bei Umzügen ins Ausland unter Einhaltung geltender Vorschriften, d.h. auch Zolldokumentation, Zolleinfuhr, Zoll und Steuerbefreiungen.
  • Prüfen, welche baulichen Veränderungen notwendig sind, wie Zufahrten ins Werk und vor der Verwendungsstelle, Werktor-, Dach- und Maueröffnungen, Unterstützung von Unterkellerungen, Versorgungskanälen, Belastbarkeit von Hallenböden und Fundamenten, sowohl der alten wie auch im neuen Domizil.
  • Verschrotten von Altmaschinen.
  • Feststellen des zu entsorgenden Materials wie Altöle und -fette, Chemikalien oder Bauschutt. Prüfung auf Kontamination.
  • Flächen für Reinigen, Signieren, Konservieren, Verpackung, Zwischenlagerung definieren.
  • Festlegen des erforderlichen Personals und Geräteeinsatzes unter Berücksichtigung des Wartungs-, Fremd- und Instandsetzungspersonals und Hilfestellung an Gerätschaften/Werkzeug und event. Manpower seitens des Kunden.

 

Ausschreibung

Unter Verwendung der Ist-Daten einen Leistungskatalog mit Zeit- und Ablaufsplan, Maschinenblätter, Zeichnungen, etc. zusammenstellen, welcher die Basis zur Abgabe eines stichhaltigen Angebots darstellt. Den Dienstleister zur Nennung eines Projektverantwortlichen vor Ort und Offenlegung des Versicherungsschutzes auffordern.

Verlagerung

  • Das Projekt-Team kunden- und dienstleisterseitig einsetzen.
  • Schaltstellen mit Telefon- und Faxanschluss zur Koordination der Abläufe vor Ort einrichten
  • Aufenthalts- und Sanitäreinrichtungen klären.
  • Fachpersonal, wie Maschinenschlosser, Elektriker, Elektroniker, Hilfskräfte mit Material und Gerätschaften zum Termin bereitstellen.
  • Koordination von eventueller Manpower kundenseitig, Sub-Unternehmer, wie Lieferanten, Wartungs- und Instandsetzungspersonal, Unterbringung des Personals vor Ort und gesichertes Lager für die Lieferungen.
  • Demontage der Maschinen und Anlagen gemäß Netzplan, Reinigung, Signierung, Konservierung, Verpackung gemäß geltender Vorschriften.
  • Ladelisten inkl. Hebeskizze, Behandlungsvorschriften mit genauen Angaben der Anschlags-, Hebe-, Schwerpunkte und Gewichte der einzelnen Ladestücke erstellen und an die Verpackung heften.
  • Transportieren auf Zwischenlager resp. Verladestelle.
  • Verladen der Ladestücke und vorgeschriebene Ladungssicherung.
  • Transportdurchführung unter Berücksichtigung der bestehenden Bestimmungen.
  • Bereitstellen von Personal und Hebemittel zur Entladung auf Zwischenlager, resp. auf Fundament.
  • Eingangskontrolle der angelieferten Ware durch die Projektleitung. Aufnahme und Dokumentation im Schadensfall. Auspacken und entsorgen des anfallenden Verpackungsmaterials.
  • Verbringen zur Verwendungsstelle.
  • Entladen, Remontage "betriebsfertig" der Maschinen und Anlagen, Aufbau und Anpassen der Kabelkanäle, Kabellängen, Verrohrung der Ver- und Entsorgung.
  • Ausbesserungsarbeiten und Farbgebung, evtl. Reparatur oder Erneuerung von Maschinenkomponenten.


Inbetriebnahme

  • Achtung: Inbetriebnahme erfolgt grundsätzlich durch den Kunden oder einen lizenzierten Maschinenhersteller. Diese Leistung wird durch die Versicherung des Dienstleisters nicht gedeckt.
  • Probelauf mit Vergleich von Ist- und Sollwerten falls notwendig.
  • TÜV oder ähnliche Kontrollkommissionen zur Abnahme und Inbetriebnahme der Maschinen und Anlagen bestellen.


Rolf D. Riedl