RIEDL GRUPPE
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Home Presse Presse 2001 Per Binnenschiff von Berlin nach Belgien
Per Binnenschiff von Berlin nach Belgien

Projekt-, Anlagen- und Montagelogistik aus einer Hand

Auch für schwerste Anlagengüter erweist sich das Binnenschiff im innereuropäischen Verkehr auch im Rahmen komplexer Projektlogistik-Aufträge als optimal geeigneter Carrier. Bestandteil einer Ausschreibung für einen solchen Großtransport war das Verbringen einer 308 Tonnen schweren Gasturbine vom Siemens-Werk Berlin nach einem Kraftwerk im belgischen Vilvoorde.

Im November 1999 beteiligte sich die Hagener Projekt- und Anlagenspedition Rolf Riedl GmbH an einer Ausschreibung für den Transport, die Einbringung und Montage einer 308.000 kg schweren Gasturbine vom Siemens-Werk in Berlin und eines 280.400 kg schweren Generators vom Mülheimer Werk des Herstellers bis abgesetzt auf den Fundamenten und montiert in einem Kraftwerk in Vilvoorde bei Brüssel. Außerdem sollten weitere 2.500 Frachttons von verschiedenen Zulieferwerken zur Baustelle in Belgien geliefert werden. Nach Einreichung des Angebots und Präsentation des umfassenden Transport- und Montagekonzepts beim Kunden in Offenbach erhielt das Projekt-Team der Riedl-Gruppe im Dezember 1999 den Zuschlag für die Durchführung des Gesamtauftrags.
Für den Vortransport der Gasturbine von 308 Tonnen in den Abmessungen 10.900 mm Länge und 5.180 x 4.860 mm im Querschnitt innerhalb Berlins vom Werk zum Westhafen wählte das Riedl-Team eine seitlich gekoppelte Fahrzeugkombination von zwei Scheuerle-Tiefladern von je zwölf Achsen, also insgesamt 24 Achsen. Im Berliner Westhafen wurde die Turbine mit einem stationären Schwerlastkran der BEHALA in ein Binnenschiff umgeschlagen, mit dem die Turbine bis zum Ruhrhafen Mülheim verladen wurde. Dort wurde ein 280.400 kg schwerer Generator mit den Abmessungen 10.200 x 4.360 x 4.870 mm zugeladen. Und weiter ging der Binnenschiffstransport mit den beiden Komponenten von zusammen fast 600 Tonnen Richtung Belgien. Da die Bodenfestigkeit am Ro/Ro-Anleger am Zeekanal im belgischen Vilvoorde, der für Umschlag und Weiterleitung der schweren Komponenten bis zum Kraftwerk ausgewählt worden war, den Einsatz eines schweren Mobilkrans in dieser Gewichtsklasse nicht gestattete, mußte das Binnenschiff nach Rotterdam umgeleitet werden. Im Rotterdamer Hafen wurden Turbine und Generator aus dem Binnenschiff auf einen Ro/Ro Ponton vom Typ „6214” umgeladen, die Gasturbine auf einen zuvor auf dem Pontondeck positionierten 14-achsigen, 1,5 fach gekoppelten Nicholas Trailer und der Generator auf sogenannten Elefantenfüßen.


Arnd Held, Projektleiter bei der Rolf Riedl GmbH in Hagen:
„Viele reden über Modal-Split und multimodale Operationen; wir praktizieren das, sogar regelmäßig auch unter Einbindung der Binnenschiffahrt.”


Der 281 Tonnen schwere Generator von Siemens wird vom Transportponton am Anleger im belgischen Binnenhafen Vilvoorde abgezogen und ins Kraftwerk verbracht

An der Anlegestelle in Vilvoorde konnte die Siemens-Gasturbine auf dem Nicholas-Trailer direkt vom Ponton über den Roll-Anleger an Land gerollt und ins 2 km nahe Werk verfahren werden. Der auf Böcken aufgesetzte Generator wurde auf dem Pontondeck von einem Schwerlasttrailer unterfahren, hydraulisch angehoben und an Land bis ins Werk verbracht. Nach der exakten Vorplanung des Transports einschließlich technischer Befestigungen und Umbauten der Fahrstrecke durch das Riedl Team gestaltete sich der Nachlauftransport bis ins Kraftwerk für beide Komponenten problemlos. An der Baustelle im Kraftwerk begannen sogleich die Einbringungs- und Montagearbeiten durch die der Riedl-Gruppe angehörende Riedl & Stöcker GmbH. Spezialisten des Hagener Unternehmens arrangierten unter Einsatz eines speziellen Hubgerüstes (Typ 48A) von 800 Tonnen Hubleistung, das von einem englischen Partner gestellt wurde, das Anheben der Gasturbine vom Schwerlasttrailer und Absetzen auf eine Verschubbahn, auf der die 308 Tonnen schwere Komponente liegend bis exakt über das Fundament geschoben wurde. Nach nochmaligem Umbau der Verschubbahn des Hubgerüstes wurde die Turbine in einem weiteren Schritt bis auf die 3 m hohen Verdichterstützen angehoben, abgesetzt und betriebsfertig montiert. Auch der 281 Tonnen schwere Generator wurde mit dem 800-Tonnen Hubgerüst vom Trailer abgehoben und, wie im Foto gezeigt, auf einer Verschubbahn in die Halle bis auf seine Fundamente verschlittet und betriebsfertigt montiert. Mit der Durchführung des Gesamtauftrags bewies das Projektteam der Riedl-Gruppe einmal mehr die Vorteile, die eine Auftragsabwicklung bei komplexen und komplizierten Vorgängen in der Projektlogistik aus einer Hand dem Industrieverlader bietet.


Verschlitten des Generators im Kraftwerk Vilvoorde auf einer Verschubbahn bis auf die Fundamente in der Halle