Intermodal ist auch im spezialisierten Projekt- und Schwertransport unter Einsatz optimaler Expertise (fast) alles möglich. Ein 170 Tonnen schwerer Absorptions-Tum von rund 49 m Höhe mußte von Pietarsaari an der Nordwestküste Finnlands am Bottnischen Meerbusen nach Texas verschifft werden. Für diese Verladung beauftragte das Ingenieur-Unternehmen für Chemie- und Großanlagenbau, die Krupp-Uhde GmbH in Dortmund, federführend die Rolf Riedl GmbH in Hagen.  Der Absorptionsturm verläßt das nordfinnische Lieferwerk auf zwei Drehschemel-Fahrgestellen von fünf bzw. acht Achsen
In die Transportabwicklung ex Lieferwerk in Finnland schaltete die Rolf Riedl GmbH ihre Bremer Dependance, die "Transgerma" Riedl & Kiehntopf GmbH, für die Teilcharterung des niederländischen Schwergutfrachters MS "Snoekgracht" und den Seetransport sowie für die Abwicklung des Vorlauftransports vom Lieferwerk bis zum Hafen Pietarsaari (Jakobstad) und den Umschlag Kai/Schiff die EHLG-Mitgliedsfirma Finn Heavy Projects OY ein. Der Absorptions-Turm mit den Abmessungen 48,60 x 5,01 x 5,16 m sollte nach ursprünglicher Planung über den Hafen Mäntyluoto verschifft werden. Das hätte einen erheblich längeren landseitigen Vortransport erfordert. Nach einer intensiven Untersuchung der Verladebedingungen und Transportstrecken vor Ort durch Rolf D. Riedl, Jürgen Brunner Chef der Finn Heavy Project OY, und Helmut Bödeker, Senior Shipping Coordinator der Krupp-Uhde GmbH, konnte der finnische Verladerbetrieb überzeugt werden, daß eine reibungslose und terminsichere Transportabwicklung kostengünstiger und zeitsparender über den nahegelegenen Hafen Pietarsaari durchzuführen sei. Darauf hin wurden die Kontraktbedingungen (fob Mäntylouto) und entsprechend die Verladeroute auf ex Werk umgestellt. Das Riedl-Transportteam arrangierte den Vortransport in Absprache mit dem Kunden und Verladerbetrieb auf einem Straßentieflader mit Drehschemel-Einrichtung. Der fast 50 m lange Turm wurde in vertikaler Position hydraulisch angehoben, von den Transporteinheiten unterfahren, hydraulisch aufgesattelt, verlascht und zum Verladekai gefahren.  Viel Fingerspitzengefühl seitens der Bordkranbediener erforderte das Einschwenken des fast 50 m langen Turms zwischen zwei der drei seitlich angeordneten Deckskrane
|  Auf der schneebedeckten Straße vom Lieferwerk zum Hafen Pietarsaari
Während des Vortransports auf der 3 km langen Fahrstrecke und des Umschlags herrschte in Nordfinnland bereits dichtes Schneetreiben bei gut 10 cm hohem Schnee auf den Straßen. Im Hafen wurde die Schwertransporteinheit in 7 m Distanz zum Verladekai und Schiff positioniert, um ein sicheres Einschwenken der sehr langen Last am Geschirr von zwei Bordkranen des Schiffes auf das Deck zu gewährleisten. Die "Snoekgracht", die zur S-Klasse der Reederei Spliethoff in Amsterdam gehört, ist mit drei Deckskranen von je 120 Tonnen Tragkraft ausgerüstet, von denen zwei im Tandem für den Umschlag eingesetzt wurden. Verladung und Seetransport wurden im Teilcharter-Kontrakt zwischen Transgerma und Spliethoff auf der Basis "Last call in/first call out" vereinbart. Damit wurde geregelt, daß die "Snoekgracht" nach der Ladungsaufnahme in mehreren Ladehäfen Pietarsaari als letzten Port of Loading bediente und den Absorptions-Turm im texanischen Hafen Orange als erstem Port of Discharge bediente. Auf Basis der Lieferbedingung "frei geladen auf längsseits Seeschiff vorgelegtem Ponton" wurde das übergroße Schwergutteil inzwischen mittels Bordkrangeschirr in Orange gelöscht und auf einer außenbords bereitgestellten Ponton-Barge so positioniert, daß der l70 Tonnen schwere Turm in der Nähe des Sabine River Work der E.I. Du Pont de Nemours & Co. in Orange per Hydraulik-Tieflader im Ro/Ro-Verfahren direkt an Land und ins Chemiewerk gerollt werden konnte. Zeitplan und technischer Ablauf in der Transport kette wurden exakt nach Vereinbarung eingehalten.  Wendemanöver auf den Drehschemeln im Hafen am Kai
 Auf seinen vier Transportsätteln wird der 170 Tonnen schwere Turm auf dem Flachdeck des holländischen Schwergutfrachters abgesetzt
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