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Home Presse Presse 2000 Ein schwerer Würfel auf Wasserwegen intermodal nach China
Ein schwerer Würfel auf Wasserwegen intermodal nach China

European Heavy Lift Group
TransportMarkt 11/12-2000

Einmal mehr erwies sich die Binnenschiffahrt als Glied einer Transportkette für eine Schwergutverladung nach Übersee selbst in der kleinsten Kategorie der Projektlogistik als einzige vernünftige Alternative zum Landtransport. Dabei ging es "nur" um ein 20-Tonnen-Kolli, das aber wegen seiner Dimensionen von 5,00 x 5,00 x 5,00 m bereits große Komplikationen beim Lkw-Vortransport zum Verschiffungshafen Hamburg verursacht hätte.

So entschied EHLG-Mitglied John Wetzels B.V. im niederländischen Born als federführender Koordinator des Gesamttransports für seinen Kunden Braden-Europe B.V. in Heerlen, den "Würfel" vom Lieferwerk Finow Rohrleitungsbau GmbH in Eberswalde per Binnenschiff zum Verschiffungshafen Hamburg zu disponieren. Experten der Rolf Riedl GmbH in Hagen ermittelten eine Transportstrecke vom Werk in Finow zum neuen Hafen Eberswalde, der erst im Frühjahr dieses Jahres offiziell eröffnet wurde. Mit der Hafenverwaltung wurde der Umschlagtermin für das Handling in ein gechartertes Binnenschiff der Deutschen Binnenreederei (DBR), Berlin, abgesprochen. Der neue deutsche Binnenhafen, trapezförmig am Oder-Havel-Kanal angelegt, besteht seit April 2000 und könnte verkehrsgeografisch als "Vorhafen" dem polnischen Hafen Szczecin zugeordnet werden, ist aber über den Hohenzollern-Kanal, den Havel-Kanal und die Havel sehr gut an die Elbe angebunden und damit auch an Hamburg. Der neue Binnenhafen verfügt über eine geradlinige Kaistrecke mit 405 m langer Kranbahn, auf der ein Doppel-Wippdrehkran mit 45 Tonnen Tragkraft arbeitet. Der Kaibereich wurde außerdem mit einer Ro/Ro-Rampe und einer 30.000 m2 großen Freilagerfläche für die Zwischenlagerung von Großpartien für den Anlagen- und Projekttransport ausgestattet. 2.360 m Gleise und gut ausgebaute Straßen sorgen für eine ausgezeichnete Verkehrsanbindung für die Landverkehrsträger. Der Kran aus der Produktion der "KE" Kranbau Eberswalde GmbH sowie der Hafen, hinter dem sich zusätzliche 80.000 m2 Ansiedlungsflächen für Industrie und Logistikgewerbe erstrecken, sowie der auf 4 m Wassertiefe und noch verbreiterte Kanal dienen vorrangig der Verladung schwerer Kranbauteile aus der Fertigung von "KE".
Nach dem Vortransport auf dem Wasserstraßensystem nördlich und nordwestlich von Berlin arrangierte die in Bremen ansässige "Transgerma" Riedl & Kiehntopf GmbH den Umschlag und die Verschiffung in Hamburg. Am Terminal 80/81 (Buss Hansakai) wurde der 20-Tonnen-"Würfel" mit Kaikranen aus dem Binnenschiff auf ein Bolster umgesetzt und in den Mehrzweckfrachter "Tai-Xing" der Reederei Chipolbrok umgeschlagen. Die für die durchgehende Transportüberwachung und Logistik zuständige Rosenheimer Niederlassung der Rolf Riedl GmbH sorgte auch für Verzollung und Nachlauftransport des Diverters durch EHLG-Mitglied Cosfre vom Löschterminal der DDU in Shanghai bis zum Werk des Endempfängers.


Der 20 Tonnen schwere Luftabweiser, ein "Würfel" mit 5 m Kantenlänge, verläßt das Lieferwerk in Finow.


Umsetzen des "Diverters" im neuen Binnenhafen Eberswalde durch den Doppellenker-Wippdrehkran von 45 Tonnen Tragkraft in ein Binnenschiff für den Vortransport nach Hamburg zur Verschiffung nach Shanghai.